Urban Mining

In Wien werden pro Jahr ca. 400 Gebäude abgebrochen und hunderte Sanierungen durchgeführt. (Quellenangaben zu Abbruchgebäude sind über Plattformen wie Leerstandsmelder, ebenso wie über die Stadt Wien zu eruieren). Dabei fallen große Mengen von Bauteilen an, die für eine Wiederverwendung geeignet sind, überwiegend werden diese beim Rückbau bzw. Abbruch zerstört und über Baurestmassen, Sperrmüll, Baustellenabfall oder als Altstoff entsorgt. 

Im Bestand der heute genutzten Gebäude sind bedeutende anthropogene Lager von Materialien enthalten, deren Verfügbarkeit oder Zugänglichkeit in Primärlagerstätten in Zukunft limitiert sein könnten. Diese Materialien sind als wertvolle Ressourcen in unmittelbarer Nähe anzusehen, die nach Nutzungsende auf effiziente Weise, in Form des Urban Minings und des selektiven Rückbaus, für eine Sekundärnutzung verfügbar gemacht werden können. Schadstoffe sollten dabei gefiltert und in eine sichere Senke überführt werden. 

Die MaterialNomaden vermitteln Bauteile und Baumaterialien und bieten Dienstleistungen an zur Bewertung der ReUse‐Fähigkeit bzw. des ReUse‐Potentials eines Gebäudes und seiner Komponenten. Der Ausbau von ReUse fähigen Bauteilen reduziert die Lebenszykluskosten von Bauteilen und generiert einen gesellschaftlichen Mehrwert im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Anhand von konkreten Umsetzungsprojekten und Consultingaufträgen erforscht die interdisziplinäre eingetragene Genossenschaft, den bautechnischen und ‐ künstlerischen Mehrwert und die Auswirkungen auf die Architektursprache sowie den Planungsprozess, wenn das vorgefundene Material im Zentrum des Entwurfs steht.